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Viele Bilder - wenig Zeit - Sportfotografie (mein Workflow)

Mein Workflow während einem Basketballspiel.


Warum ich am Spielfeldrand nicht die ganze Zeit fotografier hat den einfachen Grund, dass ich möchte, dass meine Bilder auch veröffentlicht werden.

Damit die Bayern die Bilder auch schon während dem Spiel veröffentlichen können ist ein bisschen Arbeit notwendig...

 

Das fängt schon vor dem Spiel an. Vor dem Spiel muss ich zuerst die ganzen Spieldaten in die Bildverwaltungssoftware "Photomechanic" eingeben. Diese Daten werden später beim Importieren der Bilder automatisch in die Metadaten übernommen. Auch generiert sich hierdurch automatisch der Importdateiname, der z.B. so aufgebaut ist: 20190425_FCBB-Crailsheim_0001.

 

Der Exportdateiname wird etwas anders aussehen, da es hierfür besondere Wünsche seitens der Bayern gibt. Zum Beispiel sollte immer an der ersten Stelle der Nachname des im Bild zu sehenden Spielers stehen. Da ich vor allem während dem Spiel nicht auch noch die Zeit habe jeden Nachnamen zig mal ins Laptop zu hacken gibt es hier eine praktische Hilfe in Photomechanic für die man ein Text-Dokument mit einer Spielerliste benötigt. Hierzu dann später mehr.

So, es geht also los! Tipp-off im Audi Dome - der Shutter kleckert und viele Bilder entstehen.

Pro Spiel fotografiere ich mit zwei Kameras übrigens ca. 600-1200 Bilder, je nachdem wie motiviert ich bin und wie gut die Aktionen auf dem Feld sind. Ca. 80-90% der Bilder ist Ausschuss, der durch die schnellen Serienbildfolgen entsteht.

 

Wenn ca. 5min gespielt sind importiere ich das erste mal die Daten von den SD-Karten über ein extra schnelles Kartenlesegerät.

Durch die schnellen SD-Karten mit 170MB/s Übertragungsrate geht das Importieren meist sehr flott und die Bilder erscheinen alle in Photomechanic. Es erscheinen erst einmal alle Bilder.

Bisher hatte ich euch verschwiegen, dass ich schon während dem Spiel über die Bewerten-Funktion der Kamera den Bildern Bewertungen gebe. Meist merke ich es direkt, wenn man ein gutes Bild gemacht hat, überprüfe dann noch schnell, ob der Fokus passt und dann setze ich die Bewertung.

Das hat den Vorteil, dass ich in Photomechanic mit einfach nur schnell alle bewerteten Bilder anzeigen lassen kann und nicht ewig Bilder aussortieren muss.

Diese Bilder öffne ich dann per Shortcut in Adobe Camera RAW (die Raw Bearbeitung in Photoshop (ist aber eigentlich genau das Gleiche wie in Lightroom)).

Da die Kameras durch verschiedene Sensoren und verschiedene Objektive leicht anders aussehende Bilder machen, habe ich für einige Kombinationen eigene Presets angefertigt, die ich zuerst auf die Bilder übertrage. Dann muss ich meist nur noch die Helligkeit und ggf. den Weißabgleich anpassen und die Bilder sehen besser aus, als die automatisch gerenderten JPGs der Kamera.

Nach dem "Bearbeiten" werden die Bilder dann auf einen internen Speicher exportiert.

Das dauert meist am längsten, aber macht nichts, denn während der Renderzeit kann ich ja schon wieder weiterfotografieren.

Irgendwann ist das dann auch fertig und ich sehe in Photomechanic die fertigen Bilder.

Aber halt! Ich hatte doch von dem besonderen Dateinamen gesprochen - doch noch nicht fertig...

Aktuell lautet der Name des markierten Bildes ja noch 20190421_FCBB-Crailsheim_236.jpg. Das soll sich ändern, mit einem Klick auf das kleine "I" unten links am Bild.

Jetzt kann ich im Feld "Beschreibung" über das Textdokument mit der Spielerliste die Nachnamen schnell hinzufügen.

Das funktioniert indem ich zuerst

+

, dann die Rückennummer

23

, dann wieder

+

drücke. Beim zweiten "+" erscheint dann automatisch der Nachname des Spielers und ich kann mit dem nächsten Bild weitermachen.

Jetzt sind die Bilder von meiner Seite fertig und ich lade sie über Photomechanic in eine Dropbox der Bayern hoch. Hier ändert sich dann automatisch der Dateiname und das Bild von eben heißt nun:

WILLIAMS_FCBB-Crailsheim_(c)Eirich_20190421_263

So schauts in der Dropbox dann aus und das Social Media Team findet ganz schnell spielerspezifische Bilder, um tolle Posts schon während dem Spiel zu machen.

Das tolle an so einem Workflow ist, dass man zwar während dem Spiel etwas mehr Stress hat und vielleicht das ein oder andere Bild verpasst, aber nach dem Spiel kann man nach Hause fahren, eine Datensicherung machen und das wars.

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