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Mein Highlight des Jahres: Offizieller Fotograf bei "Das Fest 2018" (inkl. Bildergalerie)

Dieses Jahr hat mich der Veranstalter engagiert um die offiziellen Fotos der Hauptbühne zu machen.


Drei Jahre hintereinander habe ich bei einem der größten Festivals in Deutschland (dieses Jahr 240.000 Besucher) einfach so Fotos machen dürfen, um Erfahrungen in der Konzertfotografie zu sammeln. Und es hat sich gelohnt, gerade letztes Jahr habe ich mir ja richtig viel Mühe gegeben, hunderte Fotos gemacht, jede Nacht noch einen Blogeintrag geschrieben,... Den Blog hat der Veranstalter dann entdeckt und so ist es zur Zusammenarbeit gekommen.

Nach einigen Telefonaten um alles abzuklären hatte ich zufällig ein paar Wochen vor'm Fest die Möglichkeit eine ICE-Fahrt in Karlsruhe zu unterbrechen. Dies habe ich genutzt um bei der Karlsruhe Marketing und Event GmbH, dem Veranstalter von "Das Fest" mal vorbeizuschauen. Philipp, der Pressesprecher hat mir ein paar Kollegen vorgestellt und wir haben im Detail besprochen wie der Ablauf beim Festival sein wird. Denn dieses Jahr konnte ich ja natürlich nicht einfach machen was ich will. Zu meinen Aufgaben kommen wir aber später nochmal.

Den kurzen Aufenthalt in Karlsruhe habe ich genutzt, um auch mal zu den Aufbauarbeiten in der Günther Klotz Anlage zu schauen. Wie jedes Mal, wenn ich dort ohne "Das Fest" bin war es ein komischer Anblick das Gelände mit 40.000 Menschen weniger zu sehen. Hier seht ihr mal, wie das alles bei den Aufbauarbeiten aussah:

 

Blick vom Hügel in den Hauptbühnenbereich. Die Bühne wird rechts neben dem großen, langen Baum bis zu dem kleinen Baum rechts von dem weißen Transporter aufgebaut.
Blick vom Hügel in den Hauptbühnenbereich. Die Bühne wird rechts neben dem großen, langen Baum bis zu dem kleinen Baum rechts von dem weißen Transporter aufgebaut.

Zu meinen weiteren Vorbereitungen für das Festival zählte natürlich auch das richtige Packen. Natürlich darf man bei solch einem wichtigen Auftrag nichts vergessen und man muss für alles ein gutes Backup haben. Es kann immer mal eine Kamera oder ein Objektiv kaputt gehen und trotzdem werden weiter Bilder verlangt.

Damit ich selbst wieder ein bisschen ausprobieren kann, habe ich mir bei Foto Sauter in München zwei Objektive geliehen. Einmal das Canon 70-200mm f2.8, das besitze ich nicht, da ich ja mit dem Sigma 50-100mm f1.8 auf der Cropkamera bei Hochzeiten und beim Sport eigentlich total zufrieden bin. Dennoch wollte ich die 200mm mit Blende 2.8 und somit hatte ich auch ein zweites ähnliches Objektiv, falls eines kaputt geht. Als zweites Objektiv habe ich mir wirklich eigentlich nur zum Spielen ein Canon 8-15mm Fisheye Objektiv ausgeliehen. Mit diesem ultragroßen Weitwinkel kann man bei aufrechter Haltung und wenn die Kamera gerade nach vorne zeigt seine Füße fotografieren. Dieser "Effekt" war bei einigen Bildern in der Mitte vom Graben ganz cool, da dann noch die komplette Bühne im Bild war, obwohl man quasi 2m davor steht.

 

Das hatte ich dabei:

Hauptequipment:

  • Canon EOS 6d mk II mit einem Sigma Art 24-70mm f2.8
  • Canon EOS 70d mit einem Canon 70-200mm f2.8
  • Canon EOS 600d mit einem Sigma 17-50mm f2.8 (mit Funkauslöser und Manfrotto Clamp)
  • MacBook Pro mit Photomechanic zum Sortieren und Adobe Camera RAW zum Bearbeiten.
  • Lexar SD-Karten Lesegerät (damit geht das Importieren bei schnellen SD-Karten wesentlich schneller als mit dem eingebauten Leser)
  • Samsung T5 SSD mit 500gb für ein schnelles Datenbackup

Restliches Equipment:

  • Sigma Art 50-100mm f1.8
  • Canon 50mm f1.8
  • Canon 10-18mm f?!
  • mehrere (glaub 3) Yongnuo Speedlite YN685
  • ganz viele Akkus und Ladegeräte
  • noch viel mehr Speicherkarten
  • kleines Reisestativ + Joby Gelenkstativ
  • Tape, Müllsäcke (gegen Regen), Edding, Kameratasche, Computermaus, ....

Ein Foto vom Equipment konnte auch aus Zeitmangel leider nicht machen :( aber es sieht so ähnlich aus wie letztes Jahr, schaut euch einfach den Artikel nochmal an.

So, dann starten wir mal mit der Anreise. Die Anreise war schon am Donnerstag, zuerst bin ich in der Stadt kurz in das Hotel, das für mich gebucht wurde um Klamotten und so dort abzustellen. Danach bin ich direkt zur Günther Klotz Anlage gefahren und habe meine Akkreditierung, also meinen Ausweis für das Gelände und die verschiedenen Bereiche abgeholt. Dieses Jahr war auch das ein bisschen mehr besonders, da ich Zugang zu viel mehr Bereichen hatte. Zum Beispiel hatte ich mit den Socialmedia-/ Presseleuten vom Veranstalter ein kleines Büro im Backstage Bereich. Zum Fotografieren durfte ich dieses Jahr nach Absprache mit den Bands auch auf die Bühne und für kleine Fotoshootings in den Artist-Bereich. Neu war auch der Zugang zum FOH (Front of House, das ist der Gerüstturm mittig vor der Bühne in dem zum Beispiel die Lichttechniker der Bands sind). Damit ich nicht immer durch die komplette Menschenmenge musste um Fotos mittig von der ganzen Bühne zu machen kam ich auf die Idee dort eine Kamera aufzuhängen. Am Gerüst habe ich sie mit einer Manfrotto Clamp und einem Kugelkopf befestigt, ausgelöst mit einem Funksender/-empfänger von Yongnuo. Das sah dann so aus:

Am Donnerstag Abend konnte ich einfach ein bisschen mit dem Equipment beim Vorfest ausprobieren, hierfür war ein anderer Fotograf zuständig.

Richtig los ging es dann am Freitag Nachmittag, der erste richtige Termin war ein Fotoshooting mit Aki (Axel Bosse) hier konnte ich ihn mal persönlich kennen lernen und auch ein wenig mit ihm und seiner Managerin sprechen. Für beide war es auch kein Problem, dass ich später beim Konzert auf die Bühne gehe und von dort aus ein paar Bilder mache.

Um kurz nach 19 Uhr war freitags dann das Konzert von Bosse, das erste Mal in meinem Leben, dass ich mit einer Band zusammen auf der Bühne sein durfte. Ein wenig aufgeregt war ich dann schon, als ich irgendwann am Rand der Bühne stand und auf das Lied "Schönste Zeit" gewartet hab. Das Lied war mein Zeichen, dass ich auf die Bühne durfte. Erst habe ich ein paar Fotos, während der Songs gemacht, später dann noch ein "Gruppenfoto" mit einer Kulisse aus ca. 40.000 Menschen. Das war beeindruckend, die Sicht von der Bühne ist wirklich umwerfend, wenn man da steht, dann vergisst man, so dumm es auch klingen mag, die Nervosität. Nachdem ich die ersten paar Mal für das Foto vor der Menge ausgelöst hatte, kontrollierte ich sofort, ob das Bild auch richtig fokussiert wäre. Nichts wäre schlimmer, als solch ein Foto in unscharf. Es hat aber alles gepasst und ich konnte Aki ein Zeichen geben, dass er mit seiner Show weiter machen kann.

Über das Wochenende verteilt sind einige coole Bilder auf der Bühne entstanden, ein paar Highlights habe ich euch hier mal hochgeladen:

Der Rest vom Wochenende war eigentlich immer ähnlich. Was ich gemacht habe? Fotografiert, bearbeitet oder gewartet. Wenn ich euch jetzt zu allen drei Punkten kurz etwas erzähle, dann wisst ihr auch gut, was meine Aufgaben waren.

Fotografiert habe ich überall, nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Graben, vom Hügel, von der VIP-Tribühne, ... und ich habe auch nicht nur die Bands fotografiert, sondern auch die Besucher, die Verkäufer in den Ständen, andere Mitarbeiter, quasi alles und jeden im Hauptbühnenbereich.

Damit mich Mitarbeiter und Besucher sofort als offiziellen Fotografen identifizieren können hatte ich als einziger (neben dem offiziellen Fotografen für den kostenfreien Bereich) eine Foto-Weste mit dem "Das Fest"-Logo.

Wenn ich von einer Fototour zurück kam, das dauerte meist 15-30min ging es sofort ans Laptop um die Bilder zeitgleich auf die externe SSD und den internen Speicher zu importieren. Das hatte den Sinn, dass wenn der Laptop kaputt geht, dann habe ich wenigstens die Bilder noch einmal extern. Diese externe SSD habe ich zudem jede Nacht noch einmal auf eine weitere Festplatte im Hotel gesichert. Damit ist auch wirklich nicht zu scherzen, denn ich bin dafür verantwortlich, dass die Bilder da sind - Bilder verlieren ist ein absolutes NO-GO. Nach dem Import hab ich die Bilder schnell sortiert um die Besten herauszufinden und diese dann anschließend zu bearbeiten. Nach der RAW-Bearbeitung habe ich sie direkt in die Dropbox des Veranstalters geladen, so konnte Fabian, ein Mitarbeiter vom Veranstalter, direkt Posts für Social Media Accounts damit erstellen. Der dritte Punkt bei dem was ich das ganze Wochenende gemacht habe war ja warten. Und das war teilweise auch ziemlich nervig... Durch die vielen Termine mit den Bands, mit Sponsoren oder Veranstaltungen wie dem Entenrennen musste ich immer wieder warten um spezielle Fotos zu machen. In dieser Wartezeit konnte ich natürlich weder Bands auf der Bühne, noch Besucher oder so fotografieren. Die Termine waren zwar meist cool, aber dennoch wollte ich eigentlich viel mehr Bilder von zum Beispiel den Besuchern machen.

Zuletzt wollte ich noch über ein lustiges Geschehnis schreiben. Am Samstag hat sich das Wetter ziemlich flott von tollem Sonnenschein auf einen richtig großen Regenschauer mit Unwetter geändert. Auch das musste natürlich dokumentiert werden. Problem: Wenn man bei richtig starkem Regen raus geht ist man erfahrungsgemäß ziemlich nass danach. Und der Regen war nachmittags, das Festival geht bis nachts. Also habe ich etwas improvisiert, mit einer gut verpackten Kamera, ich eingepackt in Regenjacke und... barfuß, ab in den Regen. Den Security-Leuten, die ja auch für meine Sicherheit verantwortlich sind hat es zwar nicht gefallen, dass ich barfuß war, aber es war ja nur kurz und es hat mir wirklich viel Ärger erspart, da ich die Schuhe über Nacht niemals getrocknet bekommen hätte. Das Wasser war teilweise bis zu 30cm tief.

Hier gehts zu den Bildergalerien beim Veranstalter (wie gesagt, die Fotos vom Hauptbühnenbereich 2018 sind von mir): http://www.dasfest.de/

Und hier gehts zur Facebook-Seite: https://www.facebook.com/dasfeschd/.

Vielen Dank nochmal an den Veranstalter, dass ihr mich als Fotografen ausgewählt und mir vertraut habt!

Mal schauen, was wir nächstes Jahr dann zusammen machen.

Falls ihr euch noch mehr für meine Arbeit dort interessiert schreibt mir doch auf Instagram (@steffeneirich) einfach eine kurze Nachricht).

Hier jetzt noch ein paar Bilder, die mir sehr gut gefallen und im Rest vom Blog Eintrag nicht untergebracht werden konnten:

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