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Macklemore - GEMINI World Tour - Zenith München

Per Videoanalyse ging ich voll vorbereitet auf mein erstes Konzert in München.


Da ich nun endlich Mitglied der Jungen Presse Bayern bin, habe ich es gewagt das erste Konzert in München zu fotografieren. Beim Schauen welche Künstler die nächste Zeit auftreten ist mir Macklemore direkt ins Auge gesprungen! Wie cool wäre es, wenn das mein erster Artikel für die Junge Presse wäre. Ob meine Foto-Akkreditierung wohl anerkannt wird? Der Veranstalter schrieb von Anfang an nette Mails zurück und erklärte, dass es jetzt in der Hand des Managements von Macklemore liegt, ob ich darf oder nicht. Und obwohl ich es kaum für möglich gehalten hatte, kam pünktlich eine Woche vor dem Konzert die Zusage, dass ich auf der Gästeliste stehe und meinen Fotopass dort abholen kann.

Ich konnte es kaum glauben und fing natürlich direkt an mal alle neuen Lieder zuhören und die alten wieder zu entdecken…

Dann kam ich auf die Idee dieses Konzert anders anzugehen, als zum Beispiel bei Das Fest. Ich wollte vorbereitet sein! Die ersten drei Lieder darf ich nach vorne, das war klar, doch was macht Macklemore bei den ersten drei Liedern? Macht er etwas cooles, das ich vielleicht verpassen kann? Wie finde ich das heraus? Youtube, auf jedem Konzert heutzutage sieht man doch fast nur noch filmende Handys, irgendwer wird das doch auf Youtube hochladen. Nachdem ich auch anhand der Setliste die ersten drei Songs „Ain’t gonna die tonight“, „Firebreather“ und „Marmalade“ herausgefunden hatte, ging die Youtube-Suche nach kürzlich hochgeladenen Fanvideos los. Fündig wurde ich schnell und ich bekam schon einmal ein gutes Bild davon, wie Macklemore auf der Bühne ist.

Aber was genau habe ich denn jetzt analysiert? Ein paar Stichpunkte, die ich mir gemerkt habe:

  • Macklemore ist Rechtshänder, also will ich auf die rechte Seite der Bühne
  • In allen Videos stehen die Fotografen nur am Rand des Grabens, nicht in der Mitte (also leider ein bisschen blöder Standort)
  • Beim ersten Song singt zuerst Eric Nally, dann kommt Macklemore auf die Bühne, manchmal kommt genau dann Pyrotechnik, also ein Weitwinkel-Objektiv am Anfang
  • Beim Refrain streckt Macklemore die Arme häufig auseinander, das ist immer ein cooles Bild!
  • Auch noch beim ersten Song wechselt Macklemore kurz ans Schlagzeug
  • Beim zweiten Song geht er anfangs jedes Mal in die Hocke und greift „heimlich“ nach einer Wasserfalsche, welche er dann über das Publikum spritzt
  • Mehr Auffälligkeiten gab es bei den ersten drei Songs nicht, jedoch steigt er gegen Ende des Konzerts immer ein Mal ins Publikum, das wollte ich dann vom Publikum aus filmen. 

Nachmittags am 19. April beim Packen habe ich mich wirklich auf das Wesentliche beschränkt, daher hatte ich nur folgendes dabei:

  • 6d mkII mit dem 24-70 2.8
  • 70d mit dem 50-100 1.8
  • Akkus, Speicherkarten und eine Flasche Wasser 

Das Konzert lief dann so ab: Ich konnte an der Gästeliste meinen Pass holen und durfte dann am VIP-Eingang bis 5min vor der ersten Support Band warten, dann wurde ich von einem Security Mitarbeiter abgeholt. Lustigerweise bin ich am Eingang quasi direkt an Robert Lewandowski vorbeigelaufen, habe noch seinen Pas auf dem „Guest“ stand genauer angeschaut, ihn aber nicht erkannt (wie denn auch?!). Erst nach dem Konzert, als Macklemore ein Bild mit ihm gepostet hat ist mir der Ausweis wieder aufgefallen und ich dachte, ja… der Typ stand am Eingang :D

Aber jetzt zum Konzert zurück, nachdem mich Daniel, der freundliche Security Mann abgeholt und durch die Menge nach vorne zur Bühne eskortiert hat, erklärte er mir, dass ich beim Support den ganzen Graben und bei Macklemore nur bis zu einer eingezeichneten Linie am Rand gehen darf (ich wollte sie euch eigentlich fotografieren, das hab ich aber vergessen…).

Durch den Support von Beëbä und DaveB ging die Zeit bis zum eigentlichen Konzert dann ziemlich schnell rum und es war plötzlich still bei den 6000 Fans in der ausverkauften Halle.

Es geht los, der GEMINI Schriftzug erscheint auf der LED-Wand, Eric Nally kommt mit der Band auf die Bühne, das Weitwinkel bereit, BOOM, Macklemore springt auf die Bühne und irgendwo knallts, genau gesehen habe ich es nicht, aber solange es auf der Bühne passiert ist, habe ich es drauf!

So, jetzt noch beim Refrain drauf achten, dass ich das Bild mit den Armen bekomme – geschafft.

Ah, da war doch noch was, das Schlagzeug, fast genau in dem Moment, in dem ich mich daran erinnerte wechselt er hüpfend mit dem Schlagzeuger seinen Platz und ich konnte das nächste gewollte Bild ergattern. Zuerst waren die Beine von jemandem im Weg, das habe ich dann aber durch Vorlehnen kompensiert und einfach durch die Beine fotografiert.

Jetzt stand nur noch ein Punkt meiner Liste aus, das Wasserfoto. Ich war schon etwas enttäuscht, weil ich keine Wasserfalsche gesehen habe, doch unmittelbar vor dem Song hat der Bodyguard von Macklemore ihm die Flasche hingestellt. Ich wusste auch schon, dass das Bild schwierig wird, da das Licht komplett rot ist. Und rotes Licht ist dunkel, da habe ich mich sogar verschätzt, es war sehr sehr dunkel, also so richtig dunkel… Scheiße… schnell die ISO-Einstellung geändert und gehofft, dass es so klappen wird. Ausprobieren war nicht mehr drin, ist ja ne Live-Show. Danach habe ich das erste Mal geschaut und nach dem Bild gesucht, ich hab es geschafft, nur war eben alles rot oder dunkel, deshalb habe ich mich für ein „knalliges“ schwarz-weiß entschieden.

Die restliche Zeit im Graben habe ich dann einfach auf mich zukommen lassen, Macklemore erzählte vor dem dritten Lied ein wenig, das steht aber alles ganz genau in meinem Artikel, den ich für das JOIN-Magazin geschrieben habe.

BILD schwärmende Mädchen.

Jetzt stellt ihr euch vielleicht die Frage, wozu der ganze Aufwand mit der Videoanalyse? 

Ich hatte an diesem Abend genau eine Chance, ca. 15 Minuten lang geile Bilder zu machen, vielleicht sogar besser als andere Fotografen, die auch schon auf der Tour fotografiert haben. Und um eben genau diese Bilder zu machen muss man eben zwangsläufig wissen, was der Künstler auf der Bühne macht. Und ja, sie machen jeden Abend genau dasselbe auf der Bühne, bei 10 Auftritten in 14 Tagen spielt man einfach sein Programm ab. Ist für den Fan egal, man sieht die Show ja nicht so oft. Auch die Rede, die ich in dem JOIN-Artikel zitiert hab wurde bestimmt schon 30 Mal genau so gehalten, was sie aber nicht schlecht macht, ich fand sie trotzdem genial ;)

Okay, wer aufmerksam gelesen hat wartet jetzt bestimmt schon… Ich habe da etwas von Stagediving geschrieben, bzw, dass Macklemore ins Publikum steigt. Beim aufmerksamen Verfolgen des Konzerts hab ich gesehen, wie Macklemore auf einmal seine In-Ear-Monitors aus den Ohren nimmt und einem Crew-Mitglied zuwirft. Keine Sekunde habe ich gezögert das Handy rauszuziehen, ich war mir zu 100% sicher, dass er jetzt ins Publikum geht. Die In-Ears herauszunehmen kann nur einen Grund haben, denn sie sind so teuer, dass auch ein Macklemore darauf achtet sie nicht im Publikum zu verlieren. 

Den Artikel von mir über das Konzert findet ihr im brandneuen Online Magazin JOIN der Jungen Presse: bit.ly/JOIN-Macklemore

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