· 

Fotoshooting mit den Handballern

Während dem Trainingslager der Hardheimer Handballer durfte ich die neuen Spielerportraits und das Mannschaftsfoto fotografieren.


Die Jahre zuvor hat es leider terminlich nie geklappt, aber dieses Jahr konnte ich endlich selbst die Spielerportraits machen!

Damit die nicht aussehen wie "hingerotzt", wollte ich ein Setup mit drei Blitzen ausprobieren und diese so einstellen, dass der Hintergrund komplett schwarz wird. Zum Einstellen und Ausprobieren der Blitze hat mir einer der Abwehrspieler ausgeholfen und ist eine Weile still gestanden... :D 


Ich zeige euch jetzt Bild für Bild, wie ich die Kamera und die Blitze eingestellt habe:

(1)

Kameraeinstellung & Position: Damit der Hintergrund ein pures schwarz wird muss die Kamera so eingestellt sein, dass das Bild erst einmal komplett schwarz ist und die Spieler später lediglich von den Blitzen und nicht vom Umgebungslicht beleuchtet werden. Nach ein paar Testfotos kam ich dann zur endgültigen Einstellung: 85mm, f11, 1/250s, ISO 100. Die Brennweite (den "Zoom") durfte ich während dem ganzen Shooting nicht verändern, sodass die Körperproportionen aller Spieler gleich sind. Als Hilfe hierfür habe ich den "Zoomring" mit Klebeband festgeklebt, und die Positionen vom Spieler und mir auf dem Boden markiert. Blende 11 war quasi auch Pflicht, sodass die Bilder gestochen scharf sind, bei Blende 2.8 und 85mm hätte es passieren können, dass z.B. die Nasenspitze scharf, die Augen aber unscharf sind.

(1) ohne Blitze
(1) ohne Blitze

(2)

Als erstes schaltet man immer den Blitz zu, der die Hauptbeleuchtung sein soll. Da dieses Licht gerne etwas härter sein darf habe ich mich für einen kleinen Reflektor entschieden. Positioniert war der Blitz vorne rechts vom Spieler aus gesehen.

(Leider weiß ich nicht mehr wie ich den Blitz eingestellt hatte, dieser war auf jeden Fall der Stärkste)

(2) mit Mainlight
(2) mit Mainlight

(3)

Als nächstes zum Auffüllen der schattigen linken Seite des Spielers (ja, man denkt bei rechts/links immer vom Model aus, falls man ihnen Anweisungen geben muss und Missverständnisse von vornherein vermeiden will) habe ich einen weiteren Blitz mit einer Softbox für weiches Licht hinzugefügt. Dieser Blitz stand dann vorne links und war etwas schwächer als der erste.

(3) mit Filllight
(3) mit Filllight

(4)

Damit die Haare nicht nahtlos in den schwarzen Hintergrund übergehen kam noch ein dritter Blitz hinter dem Spieler dazu. Dieses Beleuchtung nennt man Rimlight und es entsteht eine Art Glanz um den Kopf - die perfekte Separation vom Hintergrund.

Im endgültigen Shooting musste ich das Stativ von diesem Blitz ein ganzes Stückchen höher stellen, da die Handballspieler für gewöhnlich nicht die kleinsten sind.

(4) mit Rimlight
(4) mit Rimlight

(5)

Und geschafft die Blitze stehen und die Spieler durften alle vor die Kamera.

Mit dem Fotografieren war es für mich natürlich noch nicht ganz getan, in der Nachbearbeitung musste ich im Hintergrund den hinteren Blitz und ein paar Sachen entfernen, die vom Blitz mit beleuchtet wurden. Danach habe ich noch alle Bilder so ausgerichtet, dass die Augen alle auf einer Höhe sind, damit mehrere Bilder nebeneinander perfekt ausgeglichen aussehen.

So unspektakulär sah das Setup für die Fotos aus. Hier nochmal der Hinweis: Der schwarze Hintergrund ist nicht gephotoshopped, das ist in der Kamera durch die Blitze passiert, auch wenn es unten auf dem Behind-the-scene Bild komplett anders ausschaut.

Behind-the-scene
Behind-the-scene

Zum Schluss stand dann noch das Mannschaftsfoto an, hierzu habe ich einfach zwei Blitze auf voller Leistung links und rechts vor die Mannschaft gestellt und bin selbst so weit weg wie möglich vom Team, sodass ich weit ranzoomen konnte. Warum? Damit der Hintergrund schön unscharf wird. Deshalb stand die Mannschaft auch an der Mittellinie und nicht am Tor, das fast direkt an der Wand steht.

Da mir der Hintergrund im Endeffekt aber nicht umscharf genug und ich das Bild eh für diverse Printmedien freistellen musste, habe ich in Photoshop noch ein klein wenig mit der Unschärfe nachgeholfen, aber ich finde, dass genau das dem Bild einen gewissen "Kick" gibt.

Noch kurz zur Anordnung der Spieler: Mir war wichtig, dass alle Stehenden ungefähr gleich groß sind und zudem habe ich so lange rumgerückt, bis jeder genau auf einer Lücke stand und nicht vom Vordermann verdeckt wird.

Hier das Resultat: